20. Dezember 2018

Wenn es der Oma schlecht geht.

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Lesezeit 2 Minuten

Als Hochzeitsfotograf habe ich wirklich bereits sehr sehr viel erlebt. Tatsächlich bin ich sehr routiniert und mich irritiert so leicht nichts. Aber neulich hatte ich auf einer Hochzeit tatsächlich ein Erlebnis, was mich schockiert hat und mir gleichzeitig die Augen weiter geöffnet hat.

Es war eine Hochzeit im September, die Hochzeitssaison war fast vorüber. Für unser Brautpaar waren wir im Gut Schöneworth auf einer wundervollen freien Trauung. Für die Oma der Braut war es etwas ganz besonderes, dem Brautpaar die Ringe zu überreichen. Sie war superherzlich und ich fühlte regelrecht, dass sie überwältigt war, diesen Moment erleben zu dürfen.

Am Abend der Feier ging es der Oma auf einmal schlecht. Sie hatte Kreislaufprobleme und war kurz vor der Bewusstlosigkeit. Im Verlauf des Abends wurde der Rettungswagen gerufen. Die Hochzeitsgesellschaft war wie gelähmt, vor Sorge. Später kam noch der Notarzt hinzu. Ihr könnt Euch bestimmt vorstellen, wie besorgt alle Personen waren, ganz besonders natürlich das Brautpaar. 

Oma auf Hochzeiten in Stade
Die Oma wird bereits früh verabschiede.

Ich habe daran gedacht, wie emotional meine Aufnahmen von der Trauung waren, wie leidenschaftlich die Oma den Bräutigam umarmt hat. 

Es hätte die letzte Umarmung gewesen sein können.

Zum gluck. Wirklich zum Glück ging es der Oma, dank intensiver medizinischer Hilfe nach einer Stunde besser. Sie konnte sogar weiter mitfeiern. Das hätte ich nicht für möglich gehalten. 

Vor Erleichterung kamen mir fast die Tränen. Stellt Euch vor, wie erleichtert das Brautpaar erst war.

Dabei ist mir bewusst geworden, wie verantwortungsvoll der Job eines Hochzeitsfotografen ist. Es geht nicht nur um das Brautpaar.

„Die Momente einer Hochzeit wären ohne Reportagefotograf für immer verloren, genauso wie Tränen im Regen.“

Torben Röhricht

Es geht gerade um die Momente am Rande der Hochzeit, also die Momente, die das Brautpaar nicht mitbekommt. Die Momente, die erst wieder mit und durch die Bilder aufleben. Die Momente, die ohne Reportagefotograf für immer verloren wären, genauso, wie Tränen im Regen. Denn was wir machen und schaffen sind Erinnerungen. Erinnerungen an diesen Tag, in diesem Moment,in dieser Zeit. Erinnerungen, die nur durch die Bilder ewig weiterleben. Erinnerungen, die sonst für immer verloren wären.

Ich bin mir Sicher: Viele Brautpaare sind sich darüber nicht im klaren. Sie glauben, es gehe nur um ein paar Aufnahmen der Hochzeit. Viele denken, mit ein paar fotografierten Eindrücken ist dem Part der Fotografie genüge getan. Viel Brautpaare sind sich nicht im klaren, welchen Wert eine Hochzeitsreportage einmal für sie haben wird. Denn: Auf einer Hochzeit kommen die Personen so, wie sie sind, nicht mehr zusammen. Nachwuchs erblickt die Welt, Kinder werden erwachsen, Eltern alt und Großeltern werden eines Tages von uns gehen.

Es ist Lösung in Sicht:

Für die Erinnerungen des Nachwuchses ist es wichtig, auf Eurer Hochzeit auf einen Fotografen zu setzen, der sich genau dieser Thematik bewusst ist. Befragt Euren Fotografen vor der Buchung dazu. Überlasst diese Verantwortung nicht einem unerfahrenen Fotografen. Auf keinen Fall sollte ein Gast oder Angehöriger diese Verantwortung übernehmen.
Was sollt ihn nun machen?

Gebucht werde ich wegen der epischen Brautpaarbilder. Weiterempfohlen werde ich wegen der Reportage. Also lasst Euch nicht blenden von epischen Fotos. Lasst Euch ganze Hochzeitsreportagen zeigen. Setzt auf einen erfahrenen Reportagefotografen, nur dieser wird die emotionalen Momente genau so einfangen, wie sie passiert sind. Davon habt ihr jetzt sofort nichts. Aber mit den Jahren und Jahrzehnten wird eine Hochzeitsreportage im Wert immer weiter steigen.


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